Trockenübung: hausgemachtes Trekking-Food

Trockenübung: hausgemachtes Trekking-Food

Was macht eine Wanderung zum Genuss? Das richtige Wetter, die richtige Landschaft und: Das richtige Essen. Es ist allerdings nicht so einfach, auf Mehrtagestouren, in entlegenen Gebieten mit viel Gepäck, auch noch Zutaten für ein ordentliches Gericht mitzuschleppen. Die einzige Lösung: Trekking-Food. Das gibt’s in vielen bunten Verpackungen, mal weniger, mal mehr schmackhaft, leicht zuzubereiten und kalorienreich. Für einen kleinen Wochenend-Trip ist das sicherlich noch eine Lösung, doch nach drei bis vier Tagen kommen die Geschmacksnerven schon mal an ihre Grenzen.

Warum also nicht selber machen? Denn fast jedes Gericht auf das man Lust hat, lässt sich Zuhause herstellen. Lecker, konserviert, leicht, vitamin- und kalorienreich. Was man dazu braucht, ist ein Dörrgerät oder einen Backofen (der verbraucht allerdings mehr Energie), eine gute Vorbereitung und Zeit. Ein bisschen Kreativität für die Zusammenstellung der Gerichte ist auch von Vorteil. Und die Liste ist lang: Rentierfleisch, Bohnen, Möhren, Mais – beinah alles was Wasser enthält (und nicht viel Fett!) kann getrocknet und dadurch lange haltbar gemacht werden. Hier seht ihr z.B. fertig gedörrte Preiselbeeren, Bohnen, Zwiebeln und Rentierfleisch auf den Dörr-Sieben.

Trekkingfood Dörren Schwedisch Lappland

Und wie geht’s genau?

Wir haben uns im letzten Jahr viele Gedanken gemacht und einige Trekking-Menüs zusammengestellt und ausprobiert. Bevor es aber ans Trocknen geht, müssen die richtigen Vorbereitungen getroffen werden. Man muss zunächst den erwarteten Bedarf an Kalorien (hängt jeweils von der Tour ab) kalkulieren und dabei beachten, dass die Menüs genügend Vitamine und gesunde Fette sowie ausreichend Kohlehydrate und Eiweiß enthalten. Und schmecken darf es auch. Wenn dieser Plan steht, dann können die Gerichte zusammengestellt und die Zutaten eingekauft werden. 

Zuhause mit dem Einkauf angekommen, werden die Zutaten vorbereitet (waschen, schneiden, blanchieren, braten etc.) und anschließend wird ihnen mit Hilfe eines Dörrautomats das Wasser entzogen. Dazu werden die Zutaten auf den verschiedenen Sieben verteilt und übereinander auf das Dörrgerät gestapelt. 

Durch das Dörren werden die Lebensmittel auf natürliche Weise konserviert und die Vitamine bleiben aufgrund niedriger Dörrtemperaturen erhalten. Richtig getrocknete Zutaten können somit über Jahre hinweg haltbar gemacht werden. Es kommt vor, dass sich die Farbe und Form der Lebensmittel verändert, das hängt mit dem Wasserentzug zusammen. Möhrenscheiben z.B. sind nach dem Dörren sehr kreativ geformt  😉

Möhren Trekking Food Dörren Schwedisch Lappland

Noch dazu verlieren die Zutaten extrem an Gewicht, weswegen sie sich natürlich bestens als Tourennahrung eignen. So werden aus 710g Dosenmais mal schnell 159g – der Outdoorversion vom Chili con carne steht also überhaupt nichts mehr im Weg.

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Und wie sieht es aus mit einem samischen Klassiker: Renskav (Rentierfleisch) mit grünen Bohnen und Preiselbeeren? Kein Problem, denn fast alles ist möglich. Für die Zubereitung benötigt ihr zusätzlich Wasser, frischen Knoblauch, Gewürze und etwas Öl. Für eine sahnige Note kann man noch etwas Milchpulver hinzugeben.

Renskav Trekking-Food Wildact Adventure Schweden

Ihr könnt also eure Lieblingsgerichte bequem auf dem nächsten Trip dabei haben und sie in der Natur genießen. Hier kochen wir z.B. ein leckeres Gemüsecurry mitten in Schwedisch Lappland.

Dörressen Trekkingfood Wildact Adventure

Trekkingfood Dörressen Wildact Adventure Schweden

Viel Spaß beim Ausprobieren!

P.S. Man kann durch Dörren übrigens auch sehr gut die Gartenernte oder Pilz-Ausbeute haltbar machen. Und wer keine Lust und Zeit hat selbst zu trocknen, kann unsere leckeren Menüs beim Wandern am Polarkreis genießen.

 

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